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Influencer-Marketing ist in vielen Unternehmen bereits fester Bestandteil des Marketing-Mix. Auch für NPO ist es eine gute Möglichkeit, mehr Reichweite in den sozialen Medien zu generieren, neue und insbesondere junge Zielgruppen anzusprechen oder sich einfach mal kreativ auszuleben. Dabei gibt die NPO die Umsetzung in die Hände der Influencer. Natürlich braucht man Vertrauen und auch Mut. Diese NPO haben sich getraut und wurden mit erfolgreichen Kampagnen belohnt:

WWF: #VivaAmazonia und #SaveSelous

Um Jugendliche auf globale Umweltprobleme aufmerksam zu machen und für politische Kampagnen zu mobilisieren reiste der WWF mit Simon Wiefels (Unge) und Joseph Bolz (DeChangeman) in den Amazonas, mit Jodie Calussi und Kelly Svirakova (Kelly MissesVlog) ging es in das Wildreservat Selous in Tansania. Ziel war, Petitionsunterschriften zu generieren, aber auch die eigene Reichweite zu erhöhen; beides mit großem Erfolg.

Besonders war hier, dass die Influencer den WWF anfragten, nicht umgekehrt. Außerdem arbeiteten sie auf Vertrauensbasis – ohne Bezahlung und Verträge.

Viva con Agua: Snap for Water

Zusammen mit dem Hamburger Office von Snap Inc., den Betreibern der Social Media-Plattform Snapchat wurde eine sog. Augmented-Reality-Linse im Viva con Agua-Design entwickelt. Bilder und Videos, die mit diesem Filter aufgenommen werden, enthalten ein Plakat mit der Aufschrift „Water is a human RIGHT“. Zuvor hatten sich schon Influencer wie Joko und Klaas mit der Botschaft fotografieren lassen. Mit dem Snapchat-Filter konnten nun auch Fans Teil der Kampagne werden. Natürlich gab es auch dieses Mal prominente Unterstützende: U.A. nutzten Schauspielerin Visa Vie und Popsänger Lukas Rieger den Filter.

Mit der Kampagne sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass sauberes Trinkwasser für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit ist. Dabei sollte das Ganze spielerisch und interaktiv sein: Viva con Agua legt bei ihren Kampagnen seit jeher Wert auf Spaß.

Plan International: Reise durch Kambodscha

Die Kinderhilfsorganisation reiste mit Yvonne Pferrer, Jeremy Grube und Namaste Hannah nach Kambodscha, um die Projekte zur Bekämpfung von Mangelernährung zu besichtigen. Die Reise teilten sie als Vlog, sowie auf Instagram in Form von Stories und Posts mit den Followers. Da die Influencer auch hier keine Bezahlung erhielten, gab es keine Vorgaben zur Menge an Posts und Stories.

Ziel war es, junge Zielgruppen für soziale Themen zu sensibilisieren und (potenzielle) Spender_innen darüber aufzuklären, in welche Projekte die Spendengelder fließen.

Fairtrade: Felix‘ Reisen für den Fairen Handel

Influencer Felix von der Laden reiste (unbezahlt) in mehrere Länder und informierte seine Zuschauer_innen über verschiedene Projekte von Fairtrade. Während der Reise veröffentlichte er Vlogs, in denen er die Projekte, aber auch die Kultur des Landes vorstellte.

Bundeszentrale für politische Bildung: YouTube als Informationskanal

Die Bundeszentrale für politische Bildung platzierte schon mehrfach Bildungsinhalte auf den Kanälen von Influencern. So informierte beispielsweise Robin Blase (Rob Bubble) im Auftrag der BPB über die Europawahl 2019, die Space Frogs Steven Schuto und Rick Garrido produzierten anlässlich der Bundestagswahl 2017 die „Space Cabin“.

Als Reaktion auf vermehrte islamfeindliche Inhalte und Äußerungen, auch in den sozialen Medien, wurden mit mehreren YouTuber_innen und Wissenschaftler_innen Webvideos unter dem Motto „Begriffswelten Islam“ gedreht: Einerseits wurden Begriffe aus dem Islam erklärt, andererseits besuchte eine YouTuberin die Wissenschaftler_innen und diskutierte mit ihnen Themen wie die islamische Geschichte und den Koran.

Mit diesen Kampagnen schafften die NPO es, große Reichweiten und Aufmerksamkeit für ihre Themen, Kampagnen und sich selbst zu generieren. Dabei nutzten sie verschiedene Formate: Reise-Vlogs, Informationsformate, oder sogar einen exklusiven Snapchat-Filter.

Influencer-Marketing bietet in der Umsetzung inhaltlich und formal viele Möglichkeiten; man kann es individuell an eigene Bedürfnisse und Rahmenbedingungen angepasst nutzen. Wichtig ist dabei u.a. die richtige Auswahl der Influencer und dass diese das Konzept der NPO eigenständig und kreativ umsetzen können.

Wichtige Hintergründe und Handlungsempfehlungen für den Einstieg ins Influencer Marketing gibt es in unserem kostenlosen Whitepaper “Influencer-Marketing als Chance für NPO”.