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Ein Kinderbuch um schnell reich zu werden… 

Carsten Maschmeyer hat zum Start der neuen Staffel von Die Höhle der Löwen ein Buch veröffentlicht. Die Start-up Gang: Unser größtes Abenteuer – von der Idee zum Erfolg (Edel Kids Books). Er will eine Lücke schließen und schon Kinder für das Gründen begeistern. Die spannende Welt des Gründens wird für Kinder in eine packende Abenteuergeschichte umgewandelt.

Worum geht es? Es ist Projektwoche in der Schule. Thema: „Wir gründen ein Start-up“, und am Ende der Woche sollen die Gewinner gekürt werden. Die beiden Autoren – Carsten Maschmeyer und Axel Täubert – wollen motivieren, dass jede:r ein erfolgreiches Start-Up gründen kann, unabhängig von Interessen und Herkunft.

 

Kinder frühzeitig mit Gründen bekannt machen?

Sie zeigen in einfachen Schritten den Prozess von der Idee über die Prototypen, diverse Herausforderungen bis zum Exit mit Unternehmensverkauf. Das Buch wirkt erst einmal kindgerecht, bei genauerem Hinsehen sehen wir die unterschwelligen Botschaften sehr kritisch:

Einerseits werden die Hauptakteure sehr stereotyp dargestellt: Das Rich-Kid, welches von Papa mal kurz ein paar tausend Euro zur Verfügung gestellt bekommt. Der türkischstämmige Junge, der von Verwandten über halblegale Kanäle günstig an die Rohstoffe kommt und später ein Döner-Imperium gründet und der „Gutmensch“, dem die Umwelt am Herzen liegt, der aber überredet und überstimmt werden muss, doch lieber das gemeinsame Unternehmen für viel Geld zu verkaufen.

Andererseits wird suggeriert, dass es beim Gründen vor allem darum geht, möglichst schnell zu skalieren, frühzeitig den Exit zu planen und als Hauptziel das Unternehmen für viel Geld zu verkaufen. So realitätsnah das Buch startet, nach ein paar Wochen Arbeit das Unternehmen für 30 Millionen zu verkaufen, muss man das für Kinder so darstellen?

Bitte nicht falsch verstehen: Wir finden es toll, wenn Kinder Initiative zeigen und sich engagieren – ob ehrenamtlich für ein Thema, für ihr Hobby oder ihre Sport-Mannschaft und auch für ein eigenes Unternehmen und wir glauben auch daran, dass es in Deutschland mehr Gründer:innen braucht! Aber wäre es nicht wünschenswert, wenn Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene aus Interesse oder einem Herzensprojekt heraus gründen und nicht nur möglichst schnell „rich“ werden wollen?

Unser Fazit

Idee                            ★★★★☆
Verantwortung          ☆☆☆☆☆
Mehrwert                   ★★☆☆☆
Wirkung/Interesse   ★★☆☆☆

Unsere Tipps für junge Gründer

Tolle Arbeit leisten die Initiative „Startup Teens oder auch das Projekt „Klasse Zukunft“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung GmbH.