Tipps zum Schreiben für junge Leser:innen

Selbst für erfahrene Autoren kann das Schreiben für Kinder und Jugendliche eine herausfordernde, aber äußerst lohnende Aufgabe sein. Die Fähigkeit, die Fantasie und Neugier junger Leser zu wecken, erfordert nicht nur Kreativität, sondern auch ein tiefes Verständnis für die besonderen Bedürfnisse und Vorlieben dieser Zielgruppe.

Individuelle Ansprache: Junge Zielgruppen verstehen

Jedes Kind hat seine eigenen Interessen, seine eigene Persönlichkeit, seine eigene Lebensgeschichte und seine eigenen Träume. Es wächst in einer anderen Kultur mit anderen Wertesystemen und anderen sozialen Netzwerken auf.

Seine Freizeitgestaltung ist so individuell wie es selbst, geprägt von Möglichkeiten, Vorlieben und spontanen Launen. Es gibt diejenigen, die überhaupt nicht gerne lesen, und diejenigen, die sich in Geschichten verlieren, immer auf der Suche nach dem nächsten Buch, Comic oder E-Reader.

Das einheitliche Kind gibt es nicht, und so ist es auch unmöglich, eine einheitliche Ansprache zu finden, die alle Kinder gleichermaßen erreicht.

Beim Schreiben für Kinder spielt nicht nur die Zielgruppe eine Rolle, sondern auch der Textstil (ob Sachtext, Geschichte, Produktbeschreibung oder Werbetext) und das Medium (ob Buch, Zeitschrift, Website oder Flyer). Ebenso wichtig ist die Motivation hinter der Ansprache der Kinder: Welche Botschaft soll vermittelt werden und auf welchem Weg?

Unabhängig von diesen Faktoren gibt es jedoch einige einfache Tipps und Tricks, um Texte kindgerecht zu verfassen.

 

Kinder wollen sich in Geschichten und Texten wiederfinden, deshalb muss ein Bezug zur Alltagswelt hergestellt werden. Die Erkundung ihrer unmittelbaren Umgebung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität faszinieren sie besonders.

Vermeide Wortwiederholungen: Zu viele Wiederholungen können den Text langweilig machen. Es ist wichtig, verschiedene Ausdrücke zu verwenden, um die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser zu erhalten.

Fremdwörter und Fachausdrücke können Kinder abschrecken. Es ist wichtig, sie zu vermeiden oder gegebenenfalls zu erklären, um sicherzustellen, dass der Text leicht verständlich ist.

Verschachtelte Sätze können den Lesefluss hemmen. Klare und einfache Hauptsätze fördern die Verständlichkeit.

Unterschiedliche Adjektive schaffen Abwechslung und lebendige Bilder. Unterschiedliche Beschreibungen halten den Text interessant und lebendig.

Lange Textblöcke wirken abschreckend und erinnern eher an langweilige Schulbücher. Besser ist es, den Text in kleine Abschnitte zu gliedern und gegebenenfalls grafisch aufzubereiten. Kinder lesen gerne kurze Texte, sei es auf Cornflakes-Packungen oder in Social-Media-Beiträgen.

Die direkte Ansprache der Leserinnen und Leser schafft eine engere Bindung und fördert die Interaktion. Die Kinder erleben das Geschriebene aktiver.

Kinder lieben es, sich Dinge bildlich vorzustellen. Genaue Beschreibungen helfen dabei, eine lebendige Fantasie zu entwickeln. Um eine Geschichte lebendig zu machen, sollten nicht nur visuelle, sondern auch auditive, olfaktorische und gustatorische Eindrücke vermittelt werden um Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

Größenangaben und Vergleiche helfen Kindern, abstrakte Begriffe besser zu verstehen, indem sie sie mit etwas Vertrautem in Verbindung bringen. Zum Beispiel: “Ein Computerchip kann kleiner als ein Fingernagel sein, aber er kann so viele Informationen speichern wie eine Bibliothek voller Bücher“.

Dieser Artikel basiert auf einem früheren Beitrag von Laura Allenfort, freiberufliche Redakteurin und Lektorin mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendkommunikation. Weitere Informationen über ihre Arbeit findet ihr unter www.laura-allenfort.com.