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Junge Menschen für die eigenen Themen, Marken und Produkte zu begeistern ist nicht immer einfach.

In loser Reihenfolge stellen wir euch Kampagnen vor, die wir besonders gelungen oder auch verbesserungswürdig finden. Heute gibt es zwei aktuelle und zwei schon etwas ältere, darum aber nicht weniger spannende Beispiele!

Mach Mal Mit Obi

Unsere Bewertung

Verantwortung    ★★★★☆
Mehrwert    ★★★★★
Wirkung/Interesse    ★★★★☆

Worum geht es?

Kinder- und Jugendmarketing im Handel ist meist noch ein Stiefkind.

Ganz anders bei Obi: Obi hat in der vergangene Jahren einen sehr erfolgreichen YouTube-Kanal aufgebaut, in dem Internet-Stars wie HeyMoritz, juliabeautx und viele weitere Preteens und Teenagern die Welt des Do-it-Yourself nahebringen – in Challenges, mit witzigen Selbstbau-Ideen und natürlich immer mit viel Humor.

Unsere Einschätzung

Der Erfolg (über 150.000 Abonnent:innen, bis zu einer halben Million Aufrufe je Video) ist so groß, weil von Anfang an auf die Zusammenarbeit mit relevanten Influencern gesetzt wurde und durch immer neue Kooperationen und Gastauftritte neue Zielgruppen erreicht werden. Natürlich gibt es auch eine begleitende Website und Präsenz auf anderen Kanälen.

Der Kanal macht richtig Lust und bietet die richtigen Themen für Mädchen und Jungen: ganz viel rund um das eigene Zimmer, technische Spielereien, natürlich Deko- und Geschenk-Ideen aber auch Witziges wie eine Chipsschleuder oder eine Schneeballzange.

Ergänzt wird Mach Mal Mit Obi um Angebote für (Grundschul-)Kinder, z.B. in Kooperation mit der GemüseAckerdemie des Acker e.V.

Spannend zu wissen wäre, ob die Teenies tatsächlich zu Hammer und Nagel greifen und auch selbst aktiv werden! Jedenfalls hat Obi bei der nächsten Generation der Heimwerker markentechnisch bestimmt die Nase vorn!

Unser Fazit: Endlich ein Projekt, das nicht pädagogisch daherkommt, sondern ein nicht ganz einfaches Thema mitten in den Lebenswelten der Teenies platziert.

Playmais von Loick

Unsere Bewertung

Verantwortung    ★★★★★
Mehrwert    ★★★★★
Wirkung/Interesse    ★★★★☆

Worum geht es?

Die kleinen bunten Bausteine aus Maisgries sind toll, denn die Spiel- und Baumöglichkeiten sind unendlich: mit ein wenig Wasser können die Bausteine zusammengeklebt und zu schier endlosen Kreationen gebaut werden.

Das fördert Kreativität, Fantasie, Motorik und ist auch therapeutisch einsetzbar. Es gibt auch Themen und Sets, aber immer lässt sich auch frei weiter spielen, basteln und bauen.

Unsere Einschätzung

Was uns besonders freut: Playmais ist nachhaltig, da es nur aus Mais, Wasser und Lebensmittelfarbe besteht und zu 100% biologisch abbaubar ist. Außerdem wird in Deutschland und ausschließlich mit erneuerbaren Energien produziert.

Das einzige was uns stört: Leider ist dieses tolle Spielzeug in Kindergärten und Grundschulen noch nicht zum Standard geworden. Es gibt schon Sets zur Anatomie und zur Ernährungspyramide, aber hier ist noch eine ganze Menge Potenzial für den Einsatz im Spiel und im Unterricht. Mit Playmais lässt sich vieles begreifen!

Unser Fazit: Mehr davon! 

Die Hanniball Challenge

Unsere Bewertung

Verantwortung    ★★★★★
Mehrwert    ★★★★☆
Wirkung/Interesse    ★★★★☆

Worum geht es?

Handball in der Pandemie? Für Mannschaftssportarten waren die Zeiten des Lockdowns besonders hart. Eine Lücke hat hier der Deutsche Handballbund geschlossen. Um Kinder zum Sport zu motivieren und Vereinen eine kontinuierliche Arbeit zu ermöglichen wurde die Hanniball-Challenge initiiert.

Dabei meldeten Lehrer:innen oder Trainer:innen ihre Schulklassen und Vereinsmannschaften bei der Challenge an. Die Kinder machen dann zuhause Übungen und die Mannschaften traten virtuell gegeneinander an wie in der klassischen Liga.

Unsere Einschätzung

Die Challenge kam super an: Im zwei Runden wurden insgesamt 2.500 Mannschaften angemeldet und mehr als 15.000 Kids nahmen teil. Zu Hause machten sie handballspezifische Übungen – wenn auch allein. Viele Mannschaften zeigten auch auf Instagram, wie sie ihre Übungen bewältigen.

Natürlich war die Hanniball-Challenge kein echter Ersatz für Training und Spiele gemeinsam mit der Mannschaft in der Halle. Aber immerhin eine gute Möglichkeit, Trainer:innen und Kinder bei der Stange zu halten. Jetzt hat der DHB wieder alle Möglichkeiten, Kinder für den tollen Sport zu begeistern und macht das mit den Grundschulaktionstagen, einer Kooperation mir der AOK und viel Unterstützung für Vereine und Schulen.

Unsere Fazit: Eine tolle Initiative, um Mannschaftszusammenhalt und Bewegung während der Pandemie zu fördern

 

Medien wirken. Ein Leben lang.

Unsere Bewertung

Verantwortung    ★★★★☆
Mehrwert    ★★★☆☆
Wirkung/Interesse    ★☆☆☆☆

Worum geht es?

Mit der Kampagne „Medien wirken. Ein Leben lang.“ wollte das Deutsche Kinderhilfswerk Eltern ansprechen und sie motivieren, den Umgang ihrer Kinder mit digitalen Medien gut zu begleiten.

Ein wichtiges Thema, denn Kinder und Jugendliche lassen sich natürlich stark von Werbung, Medien und Internet-Stars beeinflussen.

Unsere Einschätzung

Die sympathischen Kinderbilder und die provokanten Sätze wie „Wenn ich groß bin, will ich dünn sein.“ oder „Wenn ich groß bin, kauf ich mich glücklich!“ erregen bestimmt erst einmal Aufmerksamkeit. Dennoch wirken die Motive wenig authentisch – sowohl in Sprache als auch in Bildwelten.

Leider ist auch der Weg über die aufmerksamkeitsstarken Botschaften hin zur Erkenntnis der Eltern und Erziehenden zu ihrer eigenen Verantwortung und ihren eigenen Handlungsoptionen sehr lang. Wir bezweifeln, dass die Kampagne gerade die Familien zur Auseinandersetzung motiviert, in denen der Medienkonsum der Kinder wenig begleitet wird. Hier braucht es wahrscheinlich einen langen Atem und eine regelmäßige Kommunikation über alle Kanäle.

Auch wenn die Kampagne schon älter ist – die begleitende Website bietet immer noch viele wertvolle Tipps und ist eine tolle Informationsquelle für Eltern, Erziehende und auch Pädagog:innen. Aus den tollen Inhalten kann man bestimmt noch eine ganze Menge herausholen!

Wir finden: Wertvolle Infos, die leider nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen!

Lust auf mehr?

Hier gibt es weitere Fallbeispiele und unsere Einschätzung dazu.

Immer wieder tappen Unternehmen und Organisationen in Fettnäpfchen, weil sie ihre Zielgruppe nicht richtig im Blick haben – andere schaffen es hingegen, junge Menschen zu begeistern!

Wir schauen uns neue und auch ältere Marketingmaßnahmen an und schätzen sie für euch ein: Wovon können wir lernen? Was funktioniert gut? Wie sollte man es besser nicht machen? Und immer: wie verantwortungsvoll wird Werbung für Mädchen und Jungen gestaltet?

Wichtig sind für uns vor allem folgende Kriterien:

  • Verantwortung: Ist die Werbung manipulativ? Sind die beworbenen Inhalte sinnvoll, entwicklungsfördernd und angemessen für die jeweilige junge Zielgruppe?
  • Mehrwert: Bietet die Maßnahme Kindern und Jugendlichen etwas Neues oder Nützliches für ihre individuelle Entwicklung? Können sie etwas lernen. ausprobieren, Neues entdecken oder selbst tun?
  • Wirkung/Interesse: Kommt die Maßnahme überhaupt in der Zielgruppe an?
    Und wenn ja, wird sie positiv von den jungen Menschen aufgenommen?

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