Die 18. Shell Jugendstudie „Jugend 2019“ trägt den verheißungsvollen Untertitel „Eine Generation meldet sich zu Wort“ und gibt Einblicke in Lebenswelten und Zukunftswünsche junger Menschen. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 2.500 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.

Wie die Generationen vor ihr, steht die Generation Z vor der Herausforderung im Jugendalter die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Die im Auftrag für die Shell Jugendstudie durchgeführten Gespräche mit Jugendlichen zeichnen ein Bild davon, was Jugendliche bewegt und antreibt.

Engagiert euch!

Jugendliche wollen sich engagieren: Sie formulieren ihre Interessen und Ansprüche gegenüber Politik und Gesellschaft und wissen, dass Entscheidungen von heute die Zukunft beeinflussen. Und sie wollen an diesen Entscheidungen beteiligt sein. Sie machen sich bei „Fridays for Future“ für die Umwelt und gegen den Klimawandel stark , demonstrieren gegen Urheberrechtsreformen und holen sich ihre Informationen von YouTubern, Bloggern und Co. Die Generation Z verfolgt keine Nachrichten mehr in  Zeitung und TV, sondern bildet sich ihre Meinung durch vertrauensvolle Influencer, die sie mit unterhaltsamen Content und Kommunikation auf Augenhöhe für ihre Inhalte begeistern.

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der Jugendlichen kritisieren, dass die Politik sich nicht für ihre Belange interessiert.

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der Jugendlichen sind mit der Demokratie zufrieden.

Jugendliche sind skeptisch, aber bleiben optimistisch

Digitalisierung ist eine Selbstverständlichkeit. Aufgewachsen mit Internet und Smartphone, sind sie es, die Erwachsene über digitale Neuheiten und Trends informieren. Obwohl Jugendliche Zukunftsängste und Sorgen bezüglich ihrer ökologischen Zukunft, der schwierigen weltpolitischen Lage und einer wachsenden Polarisierung der Gesellschaft haben, sehen mehr als die Hälfte aller Befragten die gesellschaftliche Zukunft vielversprechend und stehen Demokratie und der Europäischen Union positiv gegenüber. Vielfalt und Toleranz sind im hohen Maße gewünscht und auch die Familie hat nach wie vor einen wichtigen Wert im Leben der Jugendlichen, von denen die meisten sich vorstellen können, selbst eine Familie zu gründen.

Work-Life-Balance hat für die Generation Z große Bedeutung

Überraschend: Trotz aller Debatten über Gendergerechtigkeit und Emanzipation wünschen sich vor allem westdeutsche Frauen und Männer, dass der Mann der Haupt- oder Alleinversorger der Familie ist. Und das, obwohl das Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses vor allem bei den Mädchen weiter an Priorität gewinnt – unter Mädchen ist das Gymnasium die Schulform, die von der Mehrheit besucht wird. Im Job zeigen sich Jugendliche selbstbewusst und haben keine Scheu schon in Bewerbungsgesprächen nach flexiblen Arbeitszeitmodellen und modernen Arbeitsformen zu fragen. Work-Life-Balance hat für die Generation Z nach wie vor eine hohe Bedeutung und sie wollen bereits als Berufseinsteiger eine stabile, aussichtsreiche Position.

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der Jugendlichen stehen der EU positiv gegenüber.

Erschreckend ist hingegen die Affinität mancher Jugendlicher, vor allem aus niedrigeren Gesellschaftsschichten, zu populistischen Positionen. Dass die Politik sich nicht um ihre Belange kümmert, sei die Hauptursache für die Politikverdrossenheit mancher Jugendlicher. Und trotzdem steigt das Interesse an Politik stetig an, vor allem bei Mädchen. Es bleibt allerdings eher auf höher gebildete Jugendliche beschränkt. Im Mittelpunkt ihrer Forderungen nach mehr Mitspracherecht und ihrem Unmut gegenüber Parteien und Politik stehen unangefochten für sie zukunftsrelevante Themen wie Umweltschutz und Klimawandel. Jugendliche nutzen ihre Stimmen und stehen ein für ihre Werte und Vorstellungen.

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der Jugendlichen finden, dass es in Deutschland gerecht zugeht.

Die Studie wurde von Prof. Dr. Mathias Albert (Leitung, Universität Bielefeld), Prof. Dr. Gudrun Quenzel (Universität Vorarlberg), Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Hertie School of Governance), sowie einem Expertenteam des Münchner Forschungsinstituts Kantar um Ulrich Schneekloth im Auftrag der Deutschen Shell verfasst. 1953 erschien die erste Shell Jugendstudie, welche seither repräsentativ und wissenschaftlich untersucht, wie Jugendliche leben, wie sie ihren Alltag verbringen und vor welchen Herausforderungen sie stehen. Herausgeber ist in dieser Auflage erstmals der Beltz Verlag. Die Studie ist u.a. hier käuflich zu erwerben:

Fachmedien – Shell Jugendstudie

Weiterführende Links:

Pressemittelung Beltz

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