Airlebnis Flughafen - am Düsseldorfer Airport ist nicht nur An- und Abflug möglich
12 Fragen an André Barczewski, Düsseldorf Airport – Juni 2017

Flugzeuge, Start- und Landebahnen, Flughafen- allein solche Schlagworte setzen bei der jungen Zielgruppe den Wunsch eines Flughafenbesuches frei.
André Barczewski, Referent Live Communication am Düsseldorfer Airport erklärt, dass es noch viel mehr Möglichkeiten der Ansprache von Kindern und Jugendlichen gibt.

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Ein Flughafen – Erwachsene assoziieren sicherlich Urlaub, Abenteuer, Sonne, fremde Kulturen. Was verbinden Kinder mit Flughäfen?

Kinder haben ähnliche Assoziationen, aber sie zeigen häufig noch mehr Begeisterung für das Thema Flughafen an sich. All die technischen und infrastrukturellen Gegebenheiten sind für Kinder äußerst spannend. Das erleben wir immer wieder bei unseren Airlebnissen, an denen kostenlose Flughafentouren angeboten werden, die einen Blick hinter die Kulissen bieten. Die Touren sind regelmäßig innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Und auch die Flughafenterrasse, von der aus man das Vorfeld und die Start- und Landebahn beobachten kann, ist bei Kindern sehr beliebt.

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Ist ein Flughafen eine Marke oder einfach nur Infrastruktur? Warum benötigt man Marketing?

Der Düsseldorfer Flughafen ist zugleich Marke und Erlebniswelt. Er ist eben nicht nur Start- und Zielpunkt einer Reise, sondern hat auch darüber hinaus viel zu bieten – auch für Menschen ohne Flugticket. Unsere über 100 Shops, Cafés und Restaurants haben an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Ebenso der Reisemarkt, in dem über 40 einzelne Reisebüros angesiedelt sind. Um all unsere Angebote  zu kommunizieren, benötigt man Marketing. Unser Claim, der alle Möglichkeiten und Vorteile zusammenfasst: enjoy the Airport!

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Was macht den Flughafen Düsseldorf besonders interessant?

Der Düsseldorfer Flughafen ist der größte Flughafen in NRW und das Tor zur Welt im bevölkerungsreichsten Bundesland. Rund 70 Fluggesellschaften starten von hier zu über 200 Zielen in die ganze Welt, davon alleine 120 Langstreckenziele. Um den hohen Passagier- und Besucherzahlen zu entsprechen, haben wir ein breit aufgestelltes Gastronomie- und Retailangebot, sowohl im öffentlichen Bereich, als auch hinter den Sicherheitskontrollen. Den Besuchern kommt es zugute, dass der Flughafen sehr verkehrsgünstig liegt und sie nur etwa 20 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Düsseldorfer Innenstadt benötigen. Nicht zuletzt tragen auch unsere Events – die „Airlebnisse“, welche in dieser Form und Regelmäßigkeit einmalig an einem Flughafen sind – dazu bei, den Düsseldorfer Flughafen einzigartig zu machen. Mindestens an jedem ersten Sonntag im Monat wird hier etwas geboten, was nicht nur die Passagiere, sondern auch Besucher begeistert.

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André Barczewski (43) ist Vater eines dreijährigen Sohnes, was ihm hilft, das Marketing aus der Perspektive der Eltern und Kinder zu sehen.

Nach mehrjähriger Agentur-Erfahrung führte ihn sein Weg 2012 an den Düsseldorfer Flughafen, wo er für Live Communication zuständig ist. Von der Maus bis zu Wladimir Klitschko hat er schon viele Stars an den Airport holen können. Ein Wunsch aus dem Bereich Kindermarketing, der bis jetzt jedoch unerfüllt blieb: Rolf Zuckowski beim großen „Kinder.Flughafen.Fest“.

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Warum sind schon Kinder als Zielgruppe für Sie relevant – zumal die ja in den seltensten Fällen allein fliegen?

Da haben Sie Recht, Kinder fliegen selten allein. Aber wenn sie fliegen, bringen sie ihre Eltern mit und im besten Fall noch die Großeltern, Tanten, Cousinen… Der Luftverkehr wächst seit Jahren, immer mehr Menschen fliegen und natürlich sind Kinder die Flugpassagiere von morgen. Es geht uns mit den Airlebnissen allerdings nicht primär darum, auf das Flugangebot aufmerksam zu machen, sondern den Menschen zu zeigen: Auch ohne Ticket lohnt sich ein Besuch. Gerade mit Kindern ist man immer auf der Suche nach abwechslungsreichen Attraktionen, am besten noch unabhängig vom Wetter. Das kenne ich gut aus eigener Erfahrung.

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„Familien Airlebnisse am Airport“ ist ein monatlich stattfindendes Event für Familien. Was erwartet an diesen Tagen die großen und kleinen Besucher?

Wir unterteilen die Airlebnisse in drei Kategorien: große „Airlebnisse“ unter einem  bestimmten Thema, den „Airlebnissen exklusiv“ mit außergewöhnlichen Momenten an ungewöhnlichen Orten und den kleineren „Familien Airlebnissen“ mit vielseitigem Kinderprogramm. Die „Familien Airlebnisse“ sind unsere am häufigsten veranstalteten Events und richten sich, wie der Name schon sagt, speziell an Familien mit Kindern. In diesem Jahr finden sie unter dem Gesamtmotto „Reise um die Welt“ statt und thematisieren immer jeweils einen der sechs Kontinente. Neben Hüpfburgen, Kinderschminken, Spielecken usw. gibt es dann auch passende Aktionen zu den Erdteilen. Seit 2010 gibt es auch einmal im Jahr ein großes „Kinder.Flughafen.Fest“ mit den Stars der Kleinen wie der Maus oder Volker Rosin.

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Welche Strategie verfolgen Sie mit diesen Veranstaltungen?

Einerseits möchten wir den Passagieren einen Mehrwert bieten, in dem wir ihnen Veranstaltungen an den Flughafen holen, die sie hier nicht erwarten würden. Wir richten zum Beispiel einmal im Jahr ein großes Latein-Tanzturnier aus, bei dem auch immer Stars von „Let’s Dance“ mit dabei sind. Andererseits möchten wir auch den Besuchern aus der Umgebung einen Anreiz bieten, den Flughafen zu besuchen. Wir haben eine eigene Abteilung für Live Communication. Die Bedeutung der Veranstaltungen zeigt sich auch darin, dass diese Abteilung aktuell weiter ausgebaut wird.

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Was sind Erfolgskennziffern für Sie? Wie „beweisen“ Sie, dass sich Kindermarketing (langfristig) lohnt? Mit welchen Argumenten begegnen Sie Kritikern?

Es geht uns nicht um Erfolgsmessung anhand von Zahlen, sondern wir möchten das Bewusstsein für das Angebot und die Vorteile am Flughafen wecken und stärken. Nur so kann man langfristig Kunden gewinnen und binden. Seit der Einführung der Events erfahren wir eine durchweg positive Resonanz – sei es aus den klassischen Medien, aber immer häufiger auch auf den digitalen Kanälen wie Facebook oder Instagram. Das  freut uns sehr und spornt natürlich weiter an.

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Gibt es weitere Aktivitäten für Kinder? Sprechen Sie auch Jugendliche explizit an?

Wir erweitern unser Angebot und Service für Familien und Kinder stetig. Seit vergangenem Jahr gibt es etwa unsere Flughafenrundfahrten als spezielle Kindergeburtstagstouren. Mit dem Bus geht es über das Vorfeld zu den großen Fliegern. Unsere Kollegen vom Besucherservice erklären alles ganz genau und zeigen den Kindern die unterschiedlichen Flugzeugtypen. Natürlich wollen wir auch Jugendliche ansprechen. Das gelingt uns zum Beispiel über Airlebnisse wie „FashionAirport“ oder „TanzTerminal, tanz!“, bei denen auch immer beliebte Stars aus Sport und TV anwesend sind. Wir hatten zum Beispiel schon Wladimir Klitschko zu Gast, Thomas Hayo oder Tanja Szewczenko. Auch das „OpenAirport Kino“, welches wir jährlich auf der Flughafenterrasse anbieten, wird von dieser Zielgruppe mit Begeisterung angenommen.

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Auch die Fluglinien sprechen ja Kinder als Zielgruppen an. Gibt es hier eine Zusammenarbeit? Oder stehen Sie mit den Themen eher im Wettbewerb?

Wann immer es möglich und sinnvoll ist, greifen wir auf die Zusammenarbeit  mit anderen Kooperationspartnern zurück und streben eine Win-Win-Situation für beide Seiten an. Dazu gehören auch immer wieder Airlines, wobei hier eine Ausweitung der Kooperationen wünschenswert wäre. Eine gegenseitige Unterstützung ist eigentlich immer von Vorteil und kein Wettbewerb, da sich unsere Angebote ja ergänzen.

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Welche Herausforderungen oder Projekte stehen in diesem Jahr an?

Wie immer haben wir die Herausforderung, an jedem ersten Sonntag im Monat ein spannendes Airlebnis auf die Beine zu stellen. In diesem Jahr gibt es jedoch ein paar Besonderheiten: Zum einen feiert unser Flughafen 90-jähriges Bestehen, das wird sich in einigen Events widerspiegeln und ein Event wird sich spezieller um den runden Geburtstag drehen. Zum anderen startet im Juli in Düsseldorf die Tour de France. Auch dazu wollen wir einen thematischen Schwerpunkt an einem Airlebnis setzen. An Themen mangelt es uns also auch dieses Jahr nicht.

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Was reizt Sie besonders an Ihrer Aufgabe am Düsseldorf Airport und der Arbeit für Kinder und Jugendliche?

Der Flughafen ist ein sehr spannendes, aber auch ein sehr schwieriges Umfeld, um Events zu realisieren. Unter den gegebenen Bedingungen ist es immer wieder eine Herausforderung, etwas Neues für Besucher zu schaffen. Kinder sind dabei das ehrlichste Publikum, wenn sie einem durch ihre Mimik und Körpersprache direkte Rückmeldung geben ohne sich zu verstellen. Im Bezug auf Jugendliche macht es Spaß, moderne Veranstaltungen zu organisieren, beispielsweise unsere Eisdisco im Rahmen von „Airport on Ice“ im Dezember, bei dem man im Terminal Schlittschuhlaufen kann. Wir haben jedenfalls noch viel vor in den nächsten Jahren, gerade auch im Bezug auf Jugendliche, und derzeit mehr Ideen als Termine.

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Haben Sie noch einen Tipp für andere Kinder- und Jugendmarketing-Verantwortliche?

Kinder sind eine sehr heterogene Zielgruppe, deshalb sollte man darauf achten, dass die Angebote für sie eine ebenso große Bandbreite offerieren. Speziell im Live-Marketing sollte zudem bei Events für Kinder und Jugendliche die Sicherheit immer oberste Priorität haben.